Europäisches Textilkennzeichnungs- verordnungsrecht ab 08.05.2012


Seit dem 08.11.2011 gilt ein einheitliches europäisches Textilkennzeichnungsrecht.

Die Rechtsänderungen von der deutschen Textilkennzeichnungspflicht zur europäischen Textilkennzeichnungspflicht sind nicht wirklich gravierend. Auch nach europäischem Recht dürfen nur die Textilfaserbezeichnungen verwendet werden, die im Anhang I (Anlage) aufgeführt sind.

Grundsätzlich dürfen textile Produkte nur mit den in dieser Anlage aufgeführten Begriffen gekennzeichnet werden. Allerdings dürfen Fasern aus verschiedenen oder neuartigen Stoffen, die in der Liste nicht aufgeführt sind, entsprechend dem Stoff bezeichnet werden, aus dem sich die Fasern zusammensetzen (z. B. für Metall: "metallisch" oder "metallisiert").

Textilerzeugnisse ausschließlich aus einer Faser dürfen "100 %", "rein" oder "ganz" gekennzeichnet werden.

Die Textilkennzeichnung in Katalogen, Prospekten, auf Verpackungen, Etiketten etc. muss so angegeben werden, dass sie leicht lesbar und sichtbar und deutlich erkennbar ist. Das Schriftbild muss jeweils in Schriftgröße, Stil und Schriftart einheitlich sein. Die Informationen müssen für den Verbraucher vor dem Kauf deutlich sichtbar gemacht sein, dies gilt auch für Fälle, in denen der Verkauf auf dem elektronischen Wege erfolgt (Online-Shop). Wir empfehlen ausdrücklich, bei Katalogen und im Online-Shop die Textilkennzeichnung unmittelbar neben dem Produkt anzuwenden.

Eine wichtige Änderung betrifft tierische Materialien wie Leder, Pelz, Federn oder Daunen, die bislang bei der Textilkennzeichnung außen vor blieben. Im gegebenen Fall muss zusätzlich zur Textilkennzeichnung der Hinweis „Enthält nicht textile Teile tierischen Ursprungs“ auf dem Etikett aufgeführt werden. Dies erfasst auch Applikationen oder das Lederfleckchen auf dem Bund vieler Jeans. Eine genaue Angabe des tierischen Produktes ist nicht vorgeschrieben, kann aber zusätzlich aufgeführt werden.

Den vollständigen Verordnungstext der Verordnung Nr. 1007/2011 des europäischen Parlaments und des Rates vom 27.09.2011 über die Bezeichnung von Textilfasern und die damit zusammenhängende Etikettierung und Kennzeichnung finden Sie auf unserer Internetseite unter Gesetzestexte.

Wichtig für den Verkauf von Schuhen mit wärmenden Futter: Die Textilkennzeichnungspflicht hierfür ist aufgehoben! Unabhängig davon gilt aber für Schuhe die Kennzeichnungspflicht bei jedem Paar für Obermaterial, Futter, Decksohle und Laufsohle nach der Richtlinie 94/11/EG vom 09.05.1994 und deren Änderungsrichtlinie 2006/96/EG vom 01.11.2007.




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